Monument Valley


Das Monumet Valley liegt in der Grenzregion von Utah und Arizona, etwa 80 Meilen östlich von Page. Es zählt nicht zu den Nationalparks der USA. Das Monument Valley ist ein Gebiet, das von den Navajo-Indianern verwaltet wird. An der Zufahrtsstraße muß man eine Eintrittsgebühr bezahlen. Auf der Fahrt zum Besucherzentrum schweift der Blick rechts und links der Straße über weite Prärie. Feiner staubiger Sand wird von Jeeps und Pferden aufgewirbelt. Schon von weitem sind die Autos und Busse der verschiedenen Touristengruppen zu sehen. Die Luft ist trocken und heiß. Ein kräftiger Wind bläst den roten Staub in die Augen. Gerne möchte man sich wieder in den klimatisierten Wagen setzen, aber der Drang, die "Western-Landschaft" zu sehen, ist größer. Zwanzig Meter vorbei an kleinen Holzbuden der Indianer und der Blick über eine kleine Mauer wird frei. Der erste Eindruck ist überwältigend.
Einige Meter tiefer erstreckt sich die Prärie bis zum Horizont. Zwischendrin stehen die mächtigen Felsblöcke wie sie fast jeder aus der Werbung einer Zigarettenmarke kennt. Aber selbst eine Kinowerbung kann diese atemberaubende Landschaft nur andeutungsweise in Bildern darstellen. Eine staubige Piste schlängelt sich durch die verschiedenen Felsen durch. Die Navajo-Indianer haben für den Touristen einiges zu bieten. Bei einer geführten Jeeptour, in einem wohl nicht mehr ganz TÜV-tauglichen Geländewagen mag das Gefühl für die landschaftliche Schönheit nicht ganz so stark aufkommen. Sehen kann man ohnehin nicht viel, weil die Augen durch den aufgewirbelten Staub gezwungen werden möglichst
lange zu zubleiben. Der Jeep wackelt nicht nur, er hüpft regelrecht über die Piste. Schon nach 3 Minuten möchte man seinen Allerwertesten gegen einen neuen eintauschen. Die Straße ist übersäht mit Schlag- löchern und die Federung des Geländewagens wurde wohl ausgebaut. Von der Wüstenluft möchte ich erst gar nicht erzählen. Eine solche Tour ist wohl schon ein kleines Abenteuer, aber nicht unbedingt nötig um die Dimensionen und die Landschaft kennenzulernen. Geeignet ist eher ein geführter Ritt auf dem Pferd. Das wackelt zwar auch, und wer nicht oft reitet, weiß nachher, was er getan hat, aber das "John-Wayne-Westernfeeling" ist irgendwie größer. Der Ritt sollte früh morgens oder erst am Abend durch- geführt werden - der Hitze wegen. Für etwa 10 Dollar pro Stunde ist man dabei. Bevor es aber losgeht
müssen noch einige Formalitäten abgewickelt werden Auf einem DIN-A4-Blatt, dessen genauer Inhalt nur mit sehr guten Englischkenntnissen zu verstehen ist, müssen Name und Adresse eingetragen werden. Durch unterschreiben bestätigt man die Anerkennung der Tourbedingungen. Der wohl wichtigste Punkt ist, dass man die Tour auf eigenes Risiko macht und die Navajo keine Haftung im Fall eines Reitunfalls übernehmen. Die Pferde sind die Strecke gewohnt und auch für einen Anfänger geeignet. Die Tourguides fragen extra nach wer welche Reitkenntnisse hat und teilen die Pferde entsprechend zu. Vor einer solchen Tour sollte, wie auch bei anderen Adventuretrips genau geklärt sein, ob und wie man versichert ist.
Bei unserem zweistündigen Ritt mit 12 Personen kam es nur zu einem kleinen Zwischenfall. Ein Gruppenmitglied fiel vom Pferd - keine Verletzungen. Trotzdem, ungefährlich ist es nicht, zumal ohne Helm oder anderen Kopfschutz geritten wird. Jede Gruppe wird von erfahrenen Navajo-Indianern begleitet. Bei unseren 12 Personen waren es drei Begleiter. Sie achten darauf, dass die Pferde nicht "einschlafen" und der richtige Pfad geritten wird. Bei guter Laune gibt einer der Begleiter gerne eine Kostprobe indianischen Gesangs. Unter einem großen Felsvorsprung auf dem Pferd sitzend singt er ein altes Indianerlied, bei dem alle Strophen irgendwie gleich klingen - aber es hat das gewisse Etwas.

Fotos: Valentin Slaby

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