Grand Canyon


Nach stundenlanger Fahrt durch ein tischebenes Gebiet erreichten wir den Osteingang des Canyons. Unser Tourguide wies uns an, bitte nicht seitlich aus dem Fenster zu sehen, um den ersten Blick auf den Grand Canyon wirklich vom besten Punkt aus genießen zu können. Nachdem wir den östlichen Eingang passiert hatten, fuhren wir auf dem "East Rim Drive" in Richtung "South Rim", dem Südrand des Canyons. Die Fahrt führte über eine Straße, die nicht breiter ist als eine unserer deutschen Landstraßen. Rechts und links neben der Straße wachsen Büsche und Kiefernbäume. Ich konnte es nicht lassen, einen kleinen Blick aus dem Fenster zu werfen. Nachdem ich für einen kurzen Moment eine tiefe Schlucht
gesehen hatte, bekam ich promt eine Mahnung unseres Tourguide`s: "You are cheating" - "Du schummelst" ! Also schaute ich weiter auf die Straße. Nach etwa 40 Minuten Fahrt hielten wir auf einem Parkplatz, der auch schon recht gut belegt war. Nachdem wir ausgestiegen waren, sollten wir uns alle (12 Personen) hintereinander aufstellen, die Augen schließen und in Polonaise-Art unserem Guide folgen. Das war schon eine lustige Sache. Nach zwei Minuten Stolpern und Tasten wurden wir einzeln "plaziert" - die Augen immer noch geschlossen. Es war ein spannen- der Moment, da keiner wußte, was ihn beim Öffnen der Augen erwartete. Ein Tourmitglied neben mir schrie
unterdrückt auf und meinte, irgendetwas würde an ihren Füßen "herummachen". Doch auch ich ließ die Augen noch geschlossen. Die Erlösung kam. Auf das Kommando von Gabe öffneten wir alle unsere Augen. Was ich dann sah, übertraf alles, aber wirklich alles, was ich bisher gesehen hatte:
Vor mir erstreckte sich eine Landschaft, deren Dimen-sionen mit Worten kaum zu bescheiben sind. Doch, zwei Worte gibt es: Grand Canyon. Etwa 446 km lang, 29 km breit und fast 1,6 km tief. Vor mir lag jedenfals der Grand Canyon. Eine "Schluchtenlandschaft", die man sogar von einer Spaceshuttle aus sehen kann. Der Anblick war atemberaubend. Ganz in der Ferne konnte man tief unten ein Stück Wasser sehen. Es war der Colorado River. Wie weit der entfernt war, konnte ich gar nicht schätzen. Zwei Meter vor mir fiel die Felswand erst steil ab, bis sie dann flacher wurde und in in eine Ebene überging. Zumindest sah das von oben so aus. Auf dieser Ebene konnte man einen kleinen Pfad ausmachen, der bis zum Rand jener
Ebene führte. Dann kam nocheinmal eine große und tiefe Schlucht. Von einer Hinweistafel entnahm ich die Information, dass es sich bei dem Pfad um den "Bright Angel Trail" bzw. um den "Plateau Point Trail" handelte. Ich wußte: Da muß ich hin! Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir noch nicht vorstellen, was das bedeuten sollte...mehr auf der nächsten Seite !

Fotos: Valentin Slaby

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